INFOGRAFIK #1 Was ist eine Infografik?
INFOGRAFIK #1 Was ist eine Infografik?
INFOGRAFIK #2 Wie entsteht eine Infografik?
INFOGRAFIK #3 Warum ist die Kommunikation via Infografik sinnvoll?


„Daten sind der neue Rohstoff. Unendliche Mengen an Informationen sind heute sekundenschnell und über große Entfernung hinweg abrufbar. Doch Rohdaten an sich sind kaum von Wert – sie müssen gefiltert und ausgewertet werden.“
(Rendgen, 2012)
 
Die Besonderheiten des Lebens in der sogenannten „Wissensgesellschaft“ – einer Gesellschaft, für die Bildung und Information eine Schlüsselressource bedeuten – stellen auch gänzlich neue Herausforderungen an Designerinnen und Designer. Die in ihrer jetzigen Ausprägung noch sehr junge Disziplin der Informationsgestaltung erlebt seit den 2000ern einen erheblichen Aufschwung. Infografiken an sich gibt es zwar schon sehr lange, nicht aber in der Hülle und Fülle, wie sie uns heutzutage in Zeitungen, Magazinen, Film und Fernsehen oder dem Internet begegnen. Selbst im Alltag, außerhalb von Print- und Onlinemedien, begegnen wir Infografiken in den unterschiedlichsten Kontexten. Der U-Bahn-Plan, der uns durch das Wirrwarr urbaner Infrastruktur geleitet, ist hierfür nur eines von vielen Beispielen.
 
­Wann immer Wörter an eine Grenze stoßen, bietet die grafische Aufbereitung von Informationen eine Alternative. Insbesondere komplexe Zusammenhänge lassen sich visuell oftmals klarer, verständlicher und nachhaltiger vermitteln. Die inhaltlichen Dimensionen können hierbei örtlicher, zeitlicher, kategorischer oder hierarchischer Natur sein. ­Diese Einteilung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bildet aber eine mögliche Orientierungshilfe in der unendlichen Vielfalt der Informationsvermittlung.
 
Örtliche Struktur:
Ein klassisches Beispiel für Grafiken mit einem örtlichen Ordnungsprinzip sind Landkarten. Die folgende Infografik zur Bioladen-Dichte in Deutschland ist beispielsweise örtlich strukturiert.


Die Bioladen-Dichte (Jörg Block, 2009, erschienen in DIE ZEIT)


Zeitliche Struktur:
Neben der alphabetischen Ordnung ist die nachstehende Übersicht zu den beliebtesten Jungen- und Mädchennamen der letzten 50 Jahre insbesondere ein gutes Beispiel für eine zeitliche Struktur.


Konjunktur der Namen (David McCandless, 2010, erschienen in DIE ZEIT)


Kategorische Struktur:
Die folgende Grafik zum Thema Mülltrennung bedient sich zur Strukturierung ebendieser verschiedenen Kategorien von Müll. Die Ordnung basiert also auf der Einteilung in verschiedene Kategorien, die mehr oder weniger gleichwertig und ohne hierarchische Gliederung nebeneinander stehen.


Die Sortierer der Erde (Grafik: Frank Höhne / Recherche: Kai Schächtele, 2012, erschienen in „Deutschland verstehen“ von Ralf Grauel und Jan Schwochow)
 
 
Hierarchische Struktur:
Das nachfolgende Tortendiagramm der etwas anderen Art zeigt die Rangfolge der in den USA produzierten Papiersorten und folgt somit einer hierarchischen Ordnung.


The Paper Pie Chart (Alexandra Muresan, 2010, erschienen in „Information Graphics” von Sandra Rendgen)


Neben den verschiedenen strukturellen Herangehensweisen variieren auch die Themen von Infografiken von ernsten wissenschaftlichen Daten bis hin zu humorig verpackten „Do-It-Yourself-Anleitungen“. Selbstverständlich sind der Fantasie auch bei der Art und Weise der Darstellung keine Grenzen gesetzt.
Auch im Informationsdesign gilt jedoch: „form follows function“. Es verbietet sich also der Information ein Darstellungsgerüst aufzudrängen, vielmehr sollte sich dieses aus dem Inhalt heraus definieren.
Demzufolge muss der Designer, tätig an der Schnittstelle von Rohinformation und Rezipient, ein Verständnis für den zu visualisierenden Inhalt entwickeln.
 
„Wenn man etwas nicht einfach erklären kann, hat man es nicht verstanden.“ (Einstein, n.b.)
 
Aufgrund der vorauszusetzenden Vertrautheit mit dem Thema, kann die Gestaltung einer Infografik mitunter also eine sehr zeitintensive Arbeit sein.
Die Darstellung von Informationen in Diagrammen und Schaubildern hat eine lange Tradition – man bedenke hier zum Beispiel die Informationsgrafik des ideal proportionierten Menschen von Leonardo da Vinci aus dem 15. Jahrhundert. Der Unterschied zur heutigen Praxis liegt jedoch darin, dass der „Wissende“ und der „Visualisierende“ nicht mehr ein und dieselbe Person sind. Da Vinci vereinte unter anderem die Funktionen des Anatoms, Architekten und Malers in einer Person und fungierte daher als Urheber und Vermittler von Inhalten zugleich. Im Zuge der Spezialisierung sind diese Professionen heutzutage klar voneinander getrennt. Quelle und Vermittlung liegen in unterschiedlichen Händen, letztlich sehr zum Vorteil der Qualität von Informationsgrafiken.
 
Der Designer als Schnittstelle zwischen der Daten- oder Informationsquelle und dem Konsumenten der Information macht diese durch die visuelle Aufbereitung also erst „konsumierbar“. Und hierbei ist gestalterisch alles erlaubt – solange es der Information oder der Botschaft dient.

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Nora Kuper
arbeitet als freiberufliche Kommunikationsdesignerin in Berlin und hat eine besondere Leidenschaft für Informationsdesign
 
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